Über mich

Wie alles anfing

Seit 1982 bin ich in der Finanzbranche tätig. Angefangen nach dem Abitur mit einer Bankausbildung bei der Commerzbank in Wuppertal, meiner Heimatstadt. Mir hat das immer viel Freude bereitet: Der Umgang mit Kunden, das eigene, im Laufe der Jahre immer größer gewordene Wissen und die Erfahrung – gerade auch aus eigenen Fehlentscheidungen bei persönlichen Geldentscheidungen – für meine Kunden nutzbringend einzusetzen.

Studium, Auslandsaufenthalte 

Allerdings hatte ich auch Lust auf „Karriere“ und beruflichen Erfolg. Also entschloss ich mich nach dem erfolgreichen Ende der Bankausbildung, Wirtschaftswissenschaften in Bochum zu studieren. Schon während meiner Zeit in Bochum war mir das Studium viel zu mathematisch geprägt und insbesondere im volkswirtschaftlichen Teil zu theoretisch angelegt. Daher war ich froh, dass ich mein Studium durch Semesterferienjobs in meinem gelernten Beruf als Bankkaufmann praxisorientiert finanzieren konnte.

Besonders froh war ich, dass mein Wunsch nach einem mehrmonatigen Auslandseinsatz erfüllt wurde. So konnte ich 1987 für 6 Monate in der erst kurz vorher eröffneten Filiale der Commerzbank in Los Angeles „internationale Luft“ schnuppern und mein Studium für ein Semester unterbrechen. Weil dieser Zeitraum eine extrem wertvolle Erfahrung für mich war, setzte ich alles daran, dies möglichst noch einmal wiederholen zu können. Was mir erfreulicherweise auch gelang. So erhielt ich nach Abschluss meiner Diplomarbeit im Februar 1989 und vor dem Endspurt zur Diplomprüfung noch einmal die Gelegenheit für einen 5-monatigen Aufenthalt in Los Angeles.

Erste berufliche Erfahrungen als Filialleiter

Im Laufe der Jahre und Jahrzehnte haben sich die Rahmenbedingungen in der Finanzbranche dramatisch verändert. Konnte man in den 80er Jahren in einer Großbank noch seine Kunden wirklich nach ihrem Bedarf beraten, wurde das in den 90er Jahren schon schwieriger. Ich wurde nach meinem Studium, den o.g. Auslandsaufenthalten sowie einer zweijährigen Traineeausbildung - mit jeweils mehrmonatigen Stationen in Dortmund, Unna, Düsseldorf, Lübeck, Singapur und Flensburg - 1992 Filialleiter bei der Commerzbank in Eckernförde und musste mich zunehmend um „Vertriebsvorgaben“ kümmern.

Waren diese anfangs noch eher allgemein und auf die großen Produktbereiche wie Wertpapierbereich, Baufinanzierungen oder Konsumentenkredite abgestellt, so kamen im Laufe der Jahre zunehmend einzelne, produktbezogene und zeitlich begrenzte Aktionen hinzu. Es wurden so genannte „Rennlisten“ eingeführt, in denen die „Vertriebserfolge“ der einzelnen Filialen für alle Filialleiter der Region einsehbar dokumentiert und diskutiert wurden.

Für mich wurde es Zeit, mich beruflich weiterzuentwickeln. Meine Pläne, für mehrere Jahre für die Bank im Ausland arbeiten zu können (Los Angeles in 1987 + ´89 sowie Singapur in 1991 hatten da sehr viel Appetit geweckt…) scheiterten an „strategischen Neuausrichtungen“ innerhalb der Bank. Manchmal ist man eben zur falschen Zeit am falschen Ort.

Erste berufliche Neuorientierung in 1995

Also gab ich 1995 dem Drängen eines Personalberaters nach und wechselte als Firmenkundenbetreuer zur Dresdner Bank nach Lübeck. Dort hatte ich eine gute Zeit und wie schon in Eckernförde viel Glück mit Kollegen und Vorgesetzten. Es war eine spannende Zeit, in der ich viel gelernt habe. Nach wie vor allerdings planten meine Frau und ich trotz inzwischen drei Kindern weiter einen mehrjährigen Auslandsaufenthalt. Mit meinem Chef und der Zentrale in Frankfurt war ich mir grundsätzlich schon einig und eigentlich sollte es Ende 1999 auch losgehen.

Doch wie schon einige Jahre vorher war ich wieder zur falschen Zeit am falschen Ort. Es war die Blütezeit des Investmentbankings und der Bereich in dem ich tätig war – das klassische Firmenkundengeschäft oder „Corporate Banking“, wie es damals modern genannt wurde – litt unter der starken Fokussierung der Bank auf vermeintlich deutlich ertragreichere Geschäftsfelder. So wurde es wieder nichts mit meinem erhofften Auslandsaufenthalt.

Die Zentrale und ich - ein großes Missverständnis 

Für mich war aber immer noch wichtig, meine berufliche Karriere voran zu treiben. Also ging ich nach Frankfurt in die Zentrale und wurde dort Leiter des Qualitätsmanagements im inländischen Firmenkundengeschäft der Dresdner Bank. Verantwortlich für Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter, Kundenzufriedenheitsbefragungen, Vorstandsbeschwerden und Prozessoptimierung war dies eine Zeitlang auch wieder eine sehr spannende Aufgabe in einem für mich völlig neuen Umfeld: Der Zentrale einer Großbank.

Nun ja, die Zentrale eines weltweit tätigen Konzerns ist eine Welt für sich. Man könnte es auch als „Haifischbecken“ bezeichnen, denn dort arbeiten mehr karrierewillige Menschen als interessante Positionen in einem solchen Unternehmen vorhanden sind… Machen wir es kurz: Das Kapitel „Bank“ neigte sich 2003 seinem Ende zu. Wie bei so vielen anderen Führungskräften waren meine ursprünglichen Karriereaussichten in einer völlig veränderten Bankenlandschaft Makulatur geworden. 

Ende und Neuanfang

Mitte 2003 verließ ich die Bank. Meine Frau wollte nach 10 Jahren Elternzeit (wir hatten inzwischen 4 Kinder) gerne wieder in ihren alten Beruf zurück und ich konnte mir gut eine einjährige Auszeit vorstellen. So wurde ich also von Montag bis Freitag „alleinerziehender Vater von vier Kindern“, da meine Frau in ihrem alten Beruf nach Schleswig-Holstein zurück musste und wir unseren Kindern nicht während des Schuljahres einen Wechsel zumuten wollten. Dieses knappe Jahr Elternzeit war eine wertvolle Erfahrung für mich, aber auch für meine Kinder. 

In den 4 Jahren als leitender Angestellter hatte ich wegen (aus meiner Sicht) unnötig langer Arbeitszeiten meine Kinder eigentlich nur am Wochenende wahrnehmen können. Durch dieses Jahr zu Hause konnte ich glücklicherweise einiges nachholen. Mein Karrieredenken veränderte sich und ich suchte nach einer Möglichkeit, Familie und Beruf besser unter einen Hut zu bringen.

Beginn meiner Selbständigkeit 

Also entschied ich, mich in der Finanzbranche selbständig zu machen. Nach intensiver Recherche kam ich zu der Überzeugung, dass es zu Beginn sinnvoll sei, sich einer Vertriebsorganisation anzuschließen. Nach sorgfältiger Prüfung fiel meine Wahl auf die Firma Plansecur, ein in Kassel ansässiges und mit rund 250 selbständigen Beratern bundesweit tätiges Unternehmen. In 2004 zogen wir wieder nach zurück nach Schleswig-Holstein. Wir entschieden uns für einen Standort in der Mitte des Städte-Dreiecks Hamburg – Lübeck – Kiel und so fiel unsere Wahl auf Bad Segeberg, wo wir uns seitdem wohlfühlen.

Mit einigen Plansecur-Kollegen zusammen gründete ich eine Bürogemeinschaft in Lübeck. Dieser berufliche Neuanfang war nicht so einfach, wie ich es mir auf Grund meiner beruflichen Erfahrung vorgestellt hatte. Die neu gefundene Balance zwischen beruflicher Tätigkeit und Familie empfand ich jedoch durch diese Konstruktion als so angenehm, dass ich die anfängliche deutliche Verschlechterung meiner Einkommensverhältnisse (als Direktor einer Großbank hatte man auch Ende der 90iger Jahre schon ein sehr angenehmes Einkommen…) akzeptierte. Mit meinen Lübecker Büro-Kollegen klappte die Zusammenarbeit sehr gut, wir hatten viel Spaß zusammen und der Aufbau meines kleinen Unternehmens funktionierte zwar langsamer als von mir erwartet, aber dennoch stetig.

Die provisionsfreie Beratung wird für mich zum Thema

Trotzdem fehlte mir etwas. Ich empfand die Konstruktion der Finanzberatung bei Plansecur zwar deutlich besser als in der Bank, aber das „Grundübel“ der Branche war immer noch da: Man verdient nur Geld, wenn man den Kunden dazu bringt, ein Produkt zu kaufen. Die eigentliche Beratungsleistung wird nicht honoriert, dabei ist sie es doch, die für den Kunden viel wichtiger sein sollte. Ich machte mich also auf die Suche nach einem Weg, meinen eigenen Beratungsanspruch mit der Möglichkeit verknüpfen zu können, ein wirtschaftlich tragfähiges Geschäftsmodell zu schaffen, in dem am Ende eines Beratungsgesprächs nicht zwingend ein Produktverkauf stehen musste und der Kunde trotzdem sein Ziel erreicht.

Es wurde schnell deutlich, dass dies nur über die damals in Deutschland in ersten zaghaften Schritten aufkommende Honorarberatung funktioniert (s. auch meine Ausführungen unter „Beratung ohne Provisionen“ und "Meine Arbeitsweise"). Recherchen, Gespräche mit vielen Kollegen, Produktanbietern und Service-Providern für provisionsfreie Beratung sowie Plansecur-interne Gespräche zeigten, dass dies nur über eine komplette Selbständigkeit so funktionieren würde, wie ich mir das vorstellte.

Gründung von "Westerhaus Finanzplanung"

So gründete ich Anfang 2008 die Firma Westerhaus Finanzplanung, die seitdem im Wege der provisionsfreien Beratung – wobei es je nach Kundenwunsch und Beratungssituation zu verschiedenen Vergütungsmodellen kommen kann – erfolgreich tätig ist. Rückblickend betrachtet hat es einige Zeit gedauert, bis ich endlich in dem Umfeld angekommen bin, was zu mir passt. Dafür können nun meine Mandanten in bestmöglichem Umfang von meiner Erfahrung und meinem know-how profitieren. 

Westerhaus Finanzplanung

Pommernstraße 4
23795 Bad Segeberg